Reisen in
andere Räume
Kultur(haupt-)Region, das war letzte Woche. Heute geht es für uns wieder in die ganz normale – und auch schön normale – Region. Ihr wisst, das Reisen, das In-Bewegung-Bleiben, ja, das Unruhig-Bleiben ist für uns eine ganz zentrale Eigenschaft. So funktioniert unser transalpines Projekt erst überhaupt. Das Reisen war auch für Künstler und Fotograf Christian Martinelli ein ganz elementarer Zugang zu seiner Arbeit. In Meran, wo der 2022 verstorbene Martinelli lange experimentiert hat, wird ihm aktuell eine schöne Personale gewidmet. Bei "incontrare / begegnen" geht es um Kunst und ums Reisen – und das nicht nur in seinen fotografischen Arbeiten. Gemeinsam mit BAU (die wir übrigens hier schon einmal gesprochen haben) entstand eine Workshopreihe, für die der "Gallery Van" von Christian Martinelli reaktiviert wurde. Martinelli ist somit wieder in Südtirol unterwegs. Schön auch, dass in Kunstmeran 2024 wieder eine neue Ära anbricht. Mit Lucrezia Cippitelli und Simone Frangi arbeitet ein neues KuratorInnenteam am Programm des kleinen Kunsthauses. Ab Februar geht's zunächst aber mal rein in den Mythos. Das Nibelungenlied erklingt – als Ausstellung. Mal sehen, wie das so wird.
 
Und was ist sonst so neu? In Bregenz betritt demnächst eine ganz neue Kunstmesse die Bühne im Dreiländereck. Und zwar schon in gut einem Monat öffnet die STAGE, eine Messe für zeitgenössische Kunst und "collectible design". Muss man das sehen? Das können wir euch – zumal es ja die erste Ausgabe wird – auch noch nicht sagen. Dass (gutes) Design und Vorarlberg zusammengeht, das steht ja schon mal fest. Nicht, dass Vorarlberg nicht auch sehr gute und relevante Kunst bieten würde! Aus der dichten Masse der Kunsträume sticht das Jüdische Museum Hohenems gerade besonders hervor. Das Haus meldete vor Kurzem einen Besucher*innenrekord – und bezog gleichzeitig auch sofort Stellung zur aktuellen Situation im Nahen Osten. Ein Zeichen setzt auch die aktuelle Ausstellung von Iris Hassid, die für ein "A Place of Our Own" vier israelisch-palästinensische Frauen in Tel Aviv und ihren Alltag abgelichtet hat. Die Schau wurde jetzt nochmal verlängert. Deshalb heute einmal mehr unsere Empfehlung für euch, dort nochmal vorbeizuschauen.
 
Einfach Vorbeischauen – das geht im Haus der Kunst in München in einer der aktuellen Ausstellungen gerade gar nicht mehr. "In anderen Räumen" ist eine Erfolgsschau, für die gerade an den Wochenenden nur mehr Zeitslots vergeben werden. Bis heute. Und das obwohl die Ausstellung zu Environments von Künstlerinnen zwischen 1956 und 1976 schon seit September letzten Jahres läuft. Wir waren für euch jedenfalls dort. Is it worth the hype? Wenn ihr Ausstellungen wollt, die einen ganz total erfassen, dann auf jeden Fall. Schließlich erfährt man die Environments von Judy Chicago, Marta Minujín und Co. wohl oder übel mit seinem ganzen Körper. Wenn es der Platz im Museum denn zulässt. 150kg Federn erwarten euch im "Feather Room", das verraten wir euch schon mal. Hier lest ihr eine Ausstellungsbesprechung. Den Rest müsst ihr natürlich am besten selbst am eigenen Körper erfahren. Noch bis 10. März ist die Ausstellung offen.
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Dieser Newsletter wurde verfasst von
Barbara Unterthurner (Obfrau von Büro für Gegenwartskunst)
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19.01.2024: Glitch in der Kulturregion
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02.12.2023: Doppelter Ärger

 
 
Bildcredits: (1) (c) Kunstmeran/Davide Perbellini (2) c) BfG, Ausstellungsansicht "In anderen Räumen", Haus der Kunst, München (3) c) Jüdisches Museum Hohenems/Iris Hassadi

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