Widerständige
Küsse
 
Ihr könnt ganz ehrlich sein. Seid ihr auch so froh, dass Fasching und Valentinstag endlich vorbei sind? Wir sind ganz froh, dass jetzt wieder der Kunstfrühling sprießt. Eröffnungen hier, Eröffnungen dort. Jetzt ist die Zeit, wo – zumindest bei uns – die Kunst wieder in die Kirchen zieht. In Innsbruck u.a. Herbert Brandl, der ja parallel auch in dieser Galerieschau bei Thomans hier zu sehen. Das schönste am Valentinstag war aber zu sehen, wie Museen, Initiativen, Kunsträume sich ihre Köpfchen zerbrochen haben: Welches Liebesbild knallen wir den Follower*innen in den Feed? Wir haben Herzchen gesehen, Robert Indiana durfte auch nicht fehlen – jedenfalls dort, wo ein „Love“ auch in der Sammlung zu finden ist. Und wir? Wir haben Bussis verteilt. Das tun wir mit dem „Bacio“ von Matthias Schönweger im Newsletter natürlich nochmal – für all jene, die unsere Schmusaktion über Instagram noch nicht erreicht hat. Bitte! Das Original hängt übrigens anlässlich des 38. Österreichischen Grafikwettbewerbs im Innsbrucker Ferdinandeum – für alle, die es live lieber haben.
 
Liebe? Radikale Zärtlichkeit muss her, so oder so ähnlich hat es Şeyda Kurt in ihrem Buch von 2021 doch gemeint. Weil auch Liebe politisch ist. Wenn Liebe gut ist, ist sie auch widerständig, davon sind wir überzeugt. Die Liebe zu Gerechtigkeit etwa, die Liebe zur Demokratie. Welche „Formen des Widerstandes“ es noch gibt, fächert Cornelia Herfurtner derzeit im Kunstpavillon bei uns in Innsbruck auf. Requisiten im Protesttheater werden hier in hölzerne Schilder des Protests gegossen – ja, besser gehauen. Und fügen sich am Ende zu widerständigen Stilleben. Protest findet zurzeit nicht nur auf unseren Straßen statt, sondern gibt es seit den Klimaprotesten auch im Museum. Das MAK in Wien schaut deshalb jetzt bei Protestarchitektur einmal näher hin. Das werden auch wir uns anschauen, vielleicht lest ihr dann auch schon ganz bald davon.
 
Apropos Kunstfrühling: Auch in Bozen sprießt es allerorts. Und der Himmel glänzt ganz besonders, zumindest hat Francesco Del Conte im Fotoforum Bozen. Im Rahmen von „Skyglow“ präsentiert er zwei neue Fotoserien, die erste hat Del Conte in und um Südtirol aufgenommen. Natürlich vom Sternenhimmel, der mal grell blitzt und mal im Dunkel verschwindet. Zu entdecken gibt es in der Ausstellung aber noch mehr. Für alles Neue ist in der Stadtgalerie Brixen heuer derweil Linnea Streit verantwortlich, sie hat die künstlerische Leitung für 2024 übernommen. Und knüpft dort weiter was Kurator*innen wie Elisa Barison, die hier schon einmal mit uns so schön kooperiert hat, begonnen haben. Der Austausch über den Brenner hat in Brixen stets gut funktioniert. Fünf Ausstellungen sind für heuer geplant. In Streits erster Schau "Invisible Walls" geht es gleich um Grenzen – halt die von Europa, wenn schon EU-Wahlen anstehen. Auf die Ausstellung und die Wahlen sind wir sowieso gespannt.
Weitere Tipps findet ihr wie immer
drüben bei
 Instagram.
 
Dieser Newsletter wurde verfasst von
Barbara Unterthurner (Obfrau von Büro für Gegenwartskunst)
Leite unseren Newsletter gerne weiter, er lässt sich hier abonnieren – und zu früheren Ausgaben kommst du hier oder gleich anbei:

10.02.2024: Wie viel ist zu viel?
03.02.2024: Fläzen auf der Kunstcouch
27.01.2024: Reisen in andere Länder




 
 
Bildcredits: (1) (c) BfG, Ausstellungsansicht "38. Österreichischer Grafikwettbewerb", Ferdinandeum (2) c) BfG, Ausstellungsansicht "Cornelia Herfurnter: Formen des Widerstands", Kunstpavillon Innsbruck, (3) c) BfG, Screenshot Instagram.

Büro für Gegenwartskunst
Verein zur Förderung von Gegenwartskunst im Alpenraum
Höttinger Au 76, 6020 Innsbruck
Datenschutz | Impressum