Große Welt im 
kleinen Schaufenster
Liebe Alle, bevor es losgeht, gilt es heute zu erinnern. Seit zwei Jahren herrscht in der Ukraine von Ost bis West Krieg – das vergessen auch wir bei all dem Eröffnungswirbel und Kunstgequatsche immer mal wieder. Umso besser also, dass es auch in Innsbruck das Office Ukraine gibt, das – angesiedelt in Büchsenhausen – nicht nur geflüchtete ukrainische Kunstschaffende mit ihrem Engagement unterstützt, sondern mit konkreten Projekten auch immer wieder im öffentlichen Raum sichtbar wird. Zum zweiten Jahrestag der russischen Invasion in der Ukraine jetzt mitten im so called Innsbrucker Kulturquartier. Auf der Heimstätte von Reich für die Insel, einem Glaskubus vor dem Landestheater, erinnern seit Kurzem die "Windows to Kyiv", drei Zeichnungen von Marian Beresh, daran, dass der Krieg nach wie vor tragischer Alltag in der Ukraine ist. Hell leuchten die Arbeiten bis spät in die Nacht. Damit wir auch dieses Leben nicht vergessen.
 
Jetzt ein harter Cut – anders kann man es gar nicht tippen. Letzten Samstag haben wir hier vom Österreichischen Grafikwettbewerb getippt – und wurden daraufhin aufmerksam gemacht, dass das schön massive "Werkbuch" dazu, gestaltet von Patrick Bonato am kommenden Dienstag im WEI SRAUM vorgestellt wird. Was da noch kommt, dazu später mehr. Denn jetzt geht es wirklich ins Getümmel. Die Stage in Bregenz hat nämlich eröffnet. Dass die Kunstmesse zum ersten Mal in Bregenz stattfindet, haben wir euch ja bereits erzählt. Dass die Messe Aussteller*innen aus Tirol (Thoman), aber auch aus Salzburg (Vonier) und Wien (Krinzinger) anzieht, sei hiermit hinzugefügt. Mit dabei ist aus Vorarlberg aber auch Maximilian Hutz oder die Galerie Brugger, deren Aktivitäten wir ganz genau beobachten, seit Initiator Simeon Brugger aus Innsbruck in Richtung Klaus abgezogen ist. Die Stage jedenfalls will sich nicht nur als Place To Be für Sammler*innen präsentieren, auch das Rahmenprogramm ist üppig und mit Kooperationen gespickt – hier könnt ihr euch durchwühlen, wenn ihr heute oder morgen einen Besuch am Bodensee plant. Hochbetrieb dürfte dann auch im Kunsthaus Bregenz herrschen, das nicht nur mit der Stage hierfür kooperiert, sondern mit ihrer Schau zum vor Kurzem verstorbenen Günter Brus selbst eine absolut sehenswerte Ausstellung im Angebot hat. Einen Sneak Peak haben wir euch mitgebracht.
 
Apropos Großprojekt: Das Kunstmuseum Liechtenstein – wenn wir schon in der Ecke sind, bleiben wir auch da – hat mit Olaf NicolaisInnerer Stimme“ am gestrigen Freitag eine Megaperformance gezeigt. Von 12 bis 12 (Mitternacht) wurde intensiv performt. Grundlage dafür ist eine Partitur von Robert Schumanns „Humoreske“ (von 1839) – und zwar ein ganz bestimmtes Blatt, das eben gerade keine Notation zeigt, Schumann für die Interpret*innen aber dennoch beigelegt hat. Für die innere Stimme halt. Wie die klingt, konnte man gestern bei verlängertem und freiem Eintritt hören. Wir erinnern uns ja noch gern an dieses Projekt von Nicolai hier fürs Bozner Transart- Festival. Ach, du schöne Festivalzeit, darauf freuen wir uns schon. Derweil heißt es noch etwas drinnen bleiben. Abwarten. Und Teetrinken. Für all jene, die von der Stage Richtung Arlberg rückreisen, sei ein Zwischenstopp in Feldkirch empfohlen. Zum Teetrinken. Im Café Feurstein vielleicht mit seiner Galerie beim Feurle, wo Maria Anwander gerade die ganz große Welt in all ihrer Drastik und all ihrem Glanz in das kleine Ausstellungsschaufenster gepackt hat. Auch hier gibt’s ein Bild davon. Bis nächste Woche zurück in Innsbruck – oder ganz woanders.
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Dieser Newsletter wurde verfasst von
Barbara Unterthurner (Obfrau von Büro für Gegenwartskunst)
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10.02.2024: Wie viel ist zu viel?
03.02.2024: Fläzen auf der Kunstcouch





 
 
Bildcredits: (1) (c) BfG  (2) c) BfG, Ausstellungsansicht "Günter Brus", Kunsthaus Bregenz (3) c) BfG

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