Let's
move!
Es hat sich ausgespielt – jetzt wird es wieder Ernst. Ein bisschen jedenfalls. Wir müssen reden. Wir haben’s eh gestern schon getan. Auch durch Innsbruck, unserer Homebase, zogen anlässlich des 8. März Menschenmassen, die vom Feminismus geeint wurden. Der Ruf nach Gleichberechtigung verhallte zumindest gestern nicht so schnell. Und er gilt auch für die Kunst, wo nach wie vor nachgeholt werden muss, bevor endlich aufgeholt ist. Wir wollen also auch heute erneut einstimmen in den Chor und den Fokus (einmal mehr) auf Künstlerinnen* und ihre Ideen legen, die uns derzeit besonders interessieren. An „When We Move It’s A Movement“, der aktuellen Ausstellung im Kunstraum Innsbruck kommt man da gar nicht vorbei. Gestern hat sie mit einem Knall begonnen. Keine Angst, wenn ihr ihn nicht gehört habt, der Knall bleibt der Ausstellung bis Mai erhalten. Zwölf feministische Positionen aus Tirol werden mit ihrer Kunst und ihrem Engagement gezeigt. Mit dabei sind Katharina Cibulka, Margarethe Drexel, Karin Ferrari, von ihnen allen war hier in diesem Newsletter schon einmal die Rede. Aber lest doch nochmal die gesamte Künstler*innenliste durch und schaut am besten selbst – bitte auch ins Rahmenprogramm.
 
Eine zunächst einmal subtile, aber wirklich sehenswerte Ausstellung wollen wir euch noch in quasi letzter Minute empfehlen. Cool bleiben, denn „Darker, Lighter, Puffy, Flat“ läuft noch bis Mitte April und widmet sich über tatsächlich ziemlich interessante Wege dem Thema der (weiblichen) Brust. Bleibt dort aber nicht picken, sondern erzählt entlang von feministischen und queereren Diskursen vom Bild der Frau und ihrer Rolle in der Gesellschaft noch viel mehr. Maria Lassnig kommt da neben Laure Prouvost und Misleidys Castillo Pedroso neben Toni Schmale. Bei letzterer müssen wir noch etwas bleiben, denn ihre Ausstellung im Kunstraum Dornbirn haben wir uns gleich nach zur Eröffnung reingezogen und dürfen wir euch heute nur wärmstens ans Herz legen. Die Installation „Tanke“, die auch schon in den öffentlichen Raum in Wien gepflanzt wurde, ist schön radikal und radikal schön – in ihrer absoluten Reduktion. Auftanken kann man im Kunstraum Dornbirn nämlich nichts – außer viele Gedanken und den Spaß am Assoziieren.
 
Nach Tipps zu Ausstellungen, die wir schon gesehen haben, zum Abschluss noch ein Auftrag an uns selbst. Von „Alreadymade“ (bester Titel!) von Barbara Visser haben wir jetzt tatsächlich schon einiges gehört und gelesen – nur gesehen haben wir die Filminstallation noch nicht. Was da auf uns zukommen würde, klingt aber gut. Geht es in der künstlerischen Spurensuche der niederländischen Künstlerin doch um Crime und eine riesige Ungerechtigkeit. Hat denn nun wirklich Marcel Duchamp „The Fountain“ – also nichts weniger als den Beginn eines Paradigmenwechsels in der Kunst geschaffen? Oder war es doch die Dadaistin Elsa von Freytag-Loringhoven? Im Film von Visser verschwimmen Fakt und Fiktion – ja, man wird ja noch träumen dürfen. Sich bewegen, um etwas zu bewegen muss aber auch sein. Was den Feminismus und uns alle also angeht, heißt es auch abseits des 8. März: Let’s move!
Weitere Tipps findet ihr wie immer
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Dieser Newsletter wurde verfasst von
Barbara Unterthurner (Obfrau von Büro für Gegenwartskunst)
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17.02.2024: Widerständige Küsse






 
 
Bildcredits: (1) (c) Daniel Jarosch/Kunstraum Innsbruck (2) c) Günter Richard Wett/Kunstraum Dornbirn (3) c) Franca Candrian/Kunsthaus Zürich

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