Kunst und
Krapfen
Esther Strauß. Diesen Namen sind wir euch von vergangener Woche noch schuldig. Die Tiroler Künstlerin hat hier bei uns in Innsbruck nämlich den RLB Kunstpreis gewonnen. Eine Ausstellung kommt zum Preisgeld 2025 in den Tiroler Landesmuseen gleich noch dazu. So lange braucht man aber nicht zu warten, um sie kennenzulernen – oder wiederzusehen. Im TAXISPALAIS Kunsthalle Tirol ist ab Ende des Jahres bereits eine Ausstellung von Strauß zu sehen. Apropos TAXISPALAIS, dort wird derzeit das Matriarchat ausgerufen. Was wir davon halten? Sagen wir mal: Wir sind maximal interessiert. Mehr dazu vielleicht das nächste Mal. Aber wir versprechen nichts. Vielleicht kommt ja mal die Sonne raus? Und der Nebel verzieht sich. Dicht ist der Dampf gerade in der Fondation Beyeler. Schuld daran ist Fujiko Nakaya, die 2022 schon einmal das Haus der Kunst in München kräftig eingenebelt hat. Zur Einstimmung auf dieses Kunstwochenende gibt’s nochmal eine Erinnerung an diese idyllische, schöne, schwebende Schau.
 
Hach, wenn wir schon in München sind, dann bleiben wir doch. Ein Besuch zahlt sich gerade auf jeden Fall aus. Mal wieder an der AkademieGalerie vorbeischlendern und im Kunstverein München vorbeischauen – oder nebenan einfach im Haus der Kunst bleiben. Schon wieder hat das Museum eine tolle Künstlerin im Programm: Rebecca Horn in all ihren Facetten, von den Geigen, zu den Ballettschuhen, den Schmetterlingen – alles tanzt und flattert in einer Ausstellung der deutschen Künstlerin, die auch Maschinenbauerin, Performerin, Poetin ist. Das haben wir zuletzt in Wien erfahren dürfen. Einen Rückblick ins Damals seht ihr angefügt. Das Kunstforum hat Horn 2021 gezeigt. Was wir 2024 in München noch dazulernen können? Darauf sind wir jedenfalls gespannt.
 
Wir lieben die Metropole, die großen Museen, die polierten Galerien, ebenso wie die kleinen Projekte, die Zwischennutzungen, die cuten Räume; einfach ganz nahe bei der Kunst sein. Im Südtiroler Kastelruth kann man Kunst bald sogar essen – dachten wir zunächst bei der Ankündigung des Projekts „Kastelruther Krapfen“ von Hubert Kostner. In Wahrheit handelt es sich um eine Skulptur, zwei riesige, übereinandergelegte Krapfen aus Aluminium, dazu eine Fassadenarbeit mit dem Rezept für die beiden leckeren Stücke. Die sind dann eben nicht aus Alu, sondern aus „Weizenmehl, etwas Roggenmehl“ – und so weiter. Birnen aka „Kloazn“ müssen in die Fülle rein, erfährt man hier. Gut also, dass Kostner zur Erweiterung der Skulptur und Textarbeit in der Wiese direkt nebenan auch einige Birnenbäumchen rekultiviert hat, für die Interessierte bald schon eine Patenschaft übernehmen können. Um dann auch selbst ein paar Birnchen ernten zu können. Die Krapfen können kommen. Mahlzeit derweil!
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Dieser Newsletter wurde verfasst von
Barbara Unterthurner (Obfrau von Büro für Gegenwartskunst)
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11.05.2024: Gegenwart im Gestern
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Bildcredits: (1) (c) BfG, Haus der Kunst, 2022 (2) c) BfG, Kunstforum Wien, 2021 (3) c) Südtiroler Künstlerbund/Hubert Kostner.

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