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Familiengeschichten kritzeln
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An was denkt ihr, wenn ihr unser heutiges, erstes Bild seht? Hä? Wer hat da eine der Spinnen der berühmten Louise Bourgeois in den Himmel gekritzelt? Ganz weit weg von der Wahrheit seid ihr mit dieser Frage tatsächlich nicht. Der Künstler Petrit Halilaj hat nämlich wirklich Kritzeleien in Stahlskulpturen verwandelt und sie auf das Dach des großen Met-Museum in New York verpflanzt.
Die Kritzeleien stammen übrigens von Schultischen aus Ex-Jugoslawien.
Und erzählen von einem Staat, den es nicht mehr gibt. Und einer Zeit,
die von Umbrüchen geprägt war. Halilaj, der aus dem Kosovo kommt, hat
sie miterlebt. Und er hat selbst seine Spuren hinterlassen. Und jetzt
erzählt er mit seiner Kunst davon!
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Womit wir jetzt auch schon mitten im Thema sind. Wir wollen euch heute
von Kunst berichten, die ihrerseits wiederrum Familiengeschichen
erzählt. Auf Identitätsfragen und das Hinterfragen von
Erinnerungsmechanismen sind wir zuletzt immer wieder gestoßen. Im
Innsbrucker Kunstpavillon etwa, wo dieser Tage in "The Secret Life of Plants and Trees" die Arbeiten dreier Fellows aus dem Künstlerhaus Büchsenhausen zu sehen sind. Tatiana Fiodorova-Lefter
etwa ist es, bei der eine überdimensionale Umkleidekabine in ihre
Heimat Moldau führt – dort ein Kleid, da eine Zeichnung von sowjetischer
Architektur. Oder es ist Agil Abdullayev, der die queere Geschichte des Südkaukasus' teilweise im Eigenversuch (filmisch) vermittelt. Und es ist Hori Izhaki, die den Nadelbaum erzählen lässt – von Europa und Israel, vom Arabisch-Sein und vom Jüdisch-Sein. Wirklich berührend!
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Individuelle Geschichte, kollektive Geschichte – trennen kann man das bei Monia Ben Hamouda nie komplett. Braucht man auch nicht. Ihre Installation in der Ausstellung "Renaissance" im Museion in Bozen ist ein Gesamterlebnis. Das hat wohl auch die Stiftung Vordemberge-Gildewart
überzeugt – der tunesisch-italienischen Künstlerin wurde im Rahmen der
Ausstellung in Südtirol nämlich ein Stipendium zugesprochen. Zurück zu
ihrer Kunst, die ist von religiöser und spiritueller Symbolik
durchdrungen, das Schaffen ist für Monia Ben Hamouda aber auch
"schamanischer" Prozess. Düfte von Gewürzpulver mischen sich mit
persönlicher Zeichnung und traditioneller Kalligraphie. Mit ihren
kulturellem Erbe setzen sich übrigens die fast alle der 15
Künstler*innen der Bozner Schau aus. Davon müssen wir euch noch mehr
erzählen. Sicher ganz bald schon, z.B. hier. Und am nächsten Newsletter-Samstag wieder!
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Weitere Tipps findet ihr wie immer
drüben bei Instagram.
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Dieser Newsletter wurde verfasst von
Barbara Unterthurner (Obfrau von Büro für Gegenwartskunst)
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Bildcredits: (1) (c) BfG, Screenshot Instagram, courtesy Petrit Halilaj, Metropolitan Museum of Art, Eileen Travell (2) c) Daniel Jarosch (3) c) BfG, Ausstellungsansicht "Renaissance", Museion Bozen.
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Büro für Gegenwartskunst –
Verein zur Förderung von Gegenwartskunst im Alpenraum
Höttinger Au 76, 6020 Innsbruck
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