Hautnah
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Und es geht schon wieder los: Nach dem Klassentreffen in Venedig trifft sich die (eine gewisse) Kunstbubble gerade in Basel. Um Kunst zu sehen, zu schäkern, zu flanieren und vor allem um Kunst zu kaufen. Auf dieser Art Basel wird also einmal mehr von Rekordprices geschrieben werden – you know it. Gut also, dass Kuratorin Stefanie Hessler den alljährlichen "Parcours" (der Spaziergang der Art Basel vorbei an Kunst im öffentlichen Raum) heuer nicht am nicen Münsterberg, sondern durch die Clarastraße führt, die die Alt- und Neustadt verbindet und sich durchaus stetig im Wandel befindet. Hier hört ihr Hesslers Erklärung für die Verlagerung. Fix ist, die Clarastraße ist keine Zürcher Bahnhofstraße – und wohl gerade deswegen interessant. Die Wiener Galerie Krinzinger zeigt im Parcours Lois Weinberger, von dem hier erst letzte Woche zu lesen war. Weitere richtig große Namen findet man dann sowieso im Messezentrum. Kein Bock darauf? Hier könnt ihr euch schon mal durch die Viewing Rooms klicken. Achtung! Die Preise stehen dabei. Und wir? Bis nach Basel wird es uns auch heuer nicht verschlagen. Nach Bregenz sind wir trotzdem gereist. Weil da mit Anne Imhof vor Kurzem ja auch keine Unbekannte aufgeschlagen ist. Unser Fazit: Danke für die Clubatmo, da wäre aber durchaus noch mehr gegangen! Unseren Viewingroom der Ausstellung im Kunsthaus Bregenz findet ihr jedenfalls hier. So ganz ohne Preise übrigens.
 
Apropos große Namen und tolle Künstlerinnen: Von Sophia Süßmilch (in Linz, in Gröden) war an dieser Stelle ja schon öfters zu lesen. Gerade deswegen müssen wir nachreichen: Die Fotografie der Künstlerin ist jetzt auch in unserer Homebase in Innsbruck zu sehen. Im Reich für die Insel hat das UND-Heft gezaubert und aus einem Magazin eine Ausstellung gemacht. Sophia Süßmilch, die hier ja schon auf dem Cover zu sehen war, musste mit dabei sein. In "Hautnah" kommt man nicht nur ihrem (fotografierten) Körper nah, mit Katharina Grafinger, Florian Hetz (im Bild), Anna Neuwirth und Jan Soldat kann man dort auch Positionen entdecken, die man so im klassischen Kunstkontext vielleicht nicht entdecken würde. Also why not? Vorbeischauen geht hier, Heft kaufen hier.
 
Jetzt noch zu einer Entdeckung, die uns besonderen Spaß gemacht hat. Karoline Dausien ist nämlich seit Kurzem im Kunstraum Schwaz zu sehen – und mit ihr ein ganzer Haufen an Sockeln ("Plinth" heißt auch die Ausstellung), die die in Wien lebende Künstlerin für ihre Ausstellung erst arrangiert hat. Mal ausladend, mal filigran sind ihre – ja, Schaufenster – eine Kombi aus schwerem Stoff, glänzendem Leder sowie ihren eigenen Keramiken samt Versatzstücken von überall her. Es entstehen jedenfalls Situationen, die einen weit zurück werfen in die Vergangenheit, rein in sleekes, sich spiegelndes Design, dem man nie ganz vertrauen darf. Hat uns ein bisschen an Henrike Naumann erinnert – nur ohne den "schweren" geschichtlichen Balast, den Naumann in ihren tollen Environments immer mittransportiert. Was sagt ihr? Hier noch etwas mehr dazu. Noch bis September kann man die Ausstellung in Schwaz sehen.
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Barbara Unterthurner (Obfrau von Büro für Gegenwartskunst)
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Bildcredits: (1) (c) BfG (2) c) Lukas Ladner (3) c) Aslan Kudrnofsky.

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