Ein Wink mit
dem Asteroid
Am Anfang steht ein D A N K E ! Das senden wir heute auch nochmals virtuell an Linnea Streit, die unseren Newsletter von vergangener Woche so charmant gehostet hat. Und wir übernehmen wieder, mit einer Podcastempfehlung, die direkt an Linneas Worte anschließt. Denn auch Monopol hat Sophia Süßmilch jetzt gefragt: Wie steht es denn jetzt um die Kunstfreiheit? Ihre aktuelle Ausstellung in Osnabrück wurde ja letztens von der Lokalpolitik und Medien zum Skandal hochgejazzt. Ihre Antworten hört ihr hier. Damit geht es kurz vor unserer Sommerpause im August also noch einmal rein in die großen (Kunst-)Fragen dieser Zeit. Zentrale Klimafragen stellt dagegen eine neue Arbeit im öffentlichen Raum in Innsbruck. Haben die Menschen eine ähnlich zerstörerische Kraft, wie damals, der eine Asteroid, der vor 66 Mio. die Dinosaurier auslöschte? Die Menschheit als Asteroid? Das hat Thomas Medicus jedenfalls zu „We Are the Asteroid“ inspiriert, eine Installation, die bis September auf dem Bergisel zu sehen ist – sogar von der Autobahn aus. Ein Wink mit dem Asteroid für alle in den Urlaub Reisenden. Muss man dann eben auch aushalten.
 

Eine viel größere Reise noch, sozusagen eine ganz grundsätzliche, unternimmt derzeit eine Ausstellung in Meran. In „Die Insubrische Linie“ gehen die KuratorInnen Lucrezia Cippitelli und Simone Frangi einer Linie zwischen Geopunkten nach, die von Europa nach Afrika führen und dabei direkt das Städtchen Meran kreuzen. Es geht in der dichten Gruppenschau um Perspektiven und den -wechsel, um das Hinterfragen der europäischen Identität und damit den sogenannten Globalen Süden, der über die Kunst seine eigene (tragische!) Geschichte neu aufarbeitet. Da gibt es also ziemlich viel Neues zu entdecken, etwa das hochspannende (und hochkomplexe) Langzeitprojekt „Un caso de reparación“ von Liliana Angulo Cortés oder die sinnliche Auseinandersetzung von Binta Diaw mit dem aus Nordafrika stammenden und Italien einmal durchaus beliebten Malvengetränk Karkadeh, das eine Duftnote im Raum hinterlässt – oder organische Spuren auf feinen Stoffen. Mehr davon? „Die Insubrische Linie“ ist erst der Auftakt für eine insgesamt dreijährige Auseinandersetzung von Kunstmeran mit der „Invention of Europe“ über drei Kontinente hinweg. Da heißt es also dranbleiben!
 
War euch das zuviel Denkarbeit für einen heißen Sommertag? Dann geht die nächste Reise einmal rein ins Material, rein ins Papier. Das wird bei Angela Glacjar ja in großen Mengen verwendet. Oder besser durchbrochen. Im Kunstraum Dornbirn lässt sie für „Flashback“ seit Kurzem gleich zwei ihrer monumentalen Installationen aufeinandertreffen. Einzelne Papierbögen werden da zur raumgreifenden Gebilden addiert, aktuell schlängeln sich „2009-072 Terforation“ und „2019-043 Terforation“ durch die meterhohe Montagehalle, irgendwie – und das trotz des Titels, der „Perforation“ mit „Terra“, also Erde, kombiniert – luftig leicht. Ein guter Gegensatz jedenfalls zur sehr nüchternen Toni Schmale, die vorher den Kunstraum in Dornbirn bespielte. Sehenswert sind oder waren beide Ausstellungen – zumindest für uns.
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Dieser Newsletter wurde verfasst von
Barbara Unterthurner (Obfrau von Büro für Gegenwartskunst)
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Bildcredits: (1) (c) BfG (2) c) BfG, Ausstellungsansicht "Die Insubrische Linie", Kunstmeran (3) c) BfG, Ausstellungsansicht "Angela Glajcar: Flashback".

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