Einmal
noch

Einmal noch. Einmal noch von Kunst lesen, bevor die ✨ Kunst zu  c h i l l e n ✨  endgültig übernimmt. Auch wir machen eine Sommerpause. IN GROSSBUCHSTABEN. Weil wir mal Ruhe brauchen, um Ideen zu sortieren. Und einfach mal an Nichts zu denken. Dafür war in den vergangenen Wochen ja genug los. Heute gibt’s also nochmal Inhalt satt. Im Grübeln über Kunst im Freien (wir haben zuletzt über insideout oder die Biennale Gherdeina berichtet) stießen wir aufs Lustwarande in den Niederlanden, eine Plattform, die sich ganz und gar der zeitgenössischen Skulptur verschrieben hat. Gerade eröffnet wurde die diesjährige Ausgabe der Freiluftschau, bei der sich alles um Holz dreht. Hier könnt ihr einen Blick reinwerfen. Übers Holz kommen wir zu einer Arbeit im öffentlichen Raum, die gerade in Innsbruck realisiert wurde. In „xenon_tékton“ geht es um nichts weniger als die Zukunft des Bauens, um das Schonen von Ressourcen und ein gesellschaftliches Umdenken. Gebaut wurde das Ganze nicht mit Holz, sondern mit einem anderen natürlichen Baustoff – fresh vom Komposthaufen sozusagen. Anders bauen, das haben sich auch SelgasCano auf die Fahnen geschrieben, mit ihren temporären Pavillons etwa. Das aut. jedenfalls zeigt gerade eine raumgreifende Installation (siehe Bild) des spanischen Architekturbüros in Innsbruck. Drinnen halt. Von außen gibt's noch erschütternde News aus Bregenz. Alle sechs KUB-Billboards, ein Teil der "Wish You Were Gay"-Ausstellung von Anne Imhof wurden dort vor Kurzem mutwillig zerstört. Nicht nur Imhof ist schockiert. Für Homophobie ist kein Platz, schrieb KUB-Direktor Thomas D. Trummer. Da können wir nur zustimmen – wie auch viele in Bregenz. Zuletzt wurde eines der beschädigten Billboards repariert, am Ende wurde daraus "Wish You Were Tolerant".
 

Über die Niederlande, Spanien und Bregenz geht es jetzt nach Salzburg, wo dieser Tage nicht nur Kunst geschaut wird, sondern es auch viel um Theater um Oper und Schauspiel gibt. It’s that time of the year, Festspiel-Zeit, die alljährlich auch viel neues Publikum in die Museen schwemmt. Deshalb auch das besondere Sommerprogramm. Auf dem Mönchsberg wird derzeit nicht nur gespielt, sondern auch getanzt. Jedenfalls in der Personale des Museums Moderner Kunst Salzburg zu Rose English, einer Pionierin der Performance, die Anleihen für ihr Schaffen aus dem Tanz nahm und auch die Verbindung zum Zirkus nie scheute. Ohne ein paar Showpferde, das seht ihr auch im Bild, kommt diese Schau also nicht aus. Wer’s ruhiger mag, sollte in den Salzburger Kunstverein wechseln, wo durch die Ringgalerie gerade eine atmosphärische Soundinstallation hallt, mal ein Gewitter, mal sanftes Plätschern. Gemacht haben es Martin Beck und Sung Tieu. Noch schöner ist nur Philipp FleischmannsFleshes of Resilience“, eine wirklich schöne Filmskulptur. Kennengelernt haben wir den Künstler ja erst bei der heurigen Innsbruck International-Biennale und seiner Performance "One. Two. Nine" Und so schließt sich (für uns) wieder ein Kreis. Wir sind wieder daheim.
 

Und hier bleiben wir auch. Nie ohne zu fragen, was ihr gerade so macht. Vielleicht mögt ihr in eurem Urlaub ja schreiben, was euch so durch den Kopf geht. Eure Nachrichten empfangen wir immer mit großer Freude. Erst vor Kurzem schrieb uns eine liebe Leserin nach der – zugegeben schön provokant formulierten – Frage: „Ist Yayoi Kusama die Elena Ferrante der Kunstwelt?“ Folgendes: Sie habe vor Kurzem eine Ausstellung über Kusama in Porto gesehen und die Künstlerin „engagiert, mutig und kritisch“ erlebt und: „ja auch immer wieder dekorativ, aber das darf ja auch sein, oder?“ Wir antworten auf diesem Wege: JA, BITTE! Auch so stellen wir uns gute Kunst (und eine gute Diskussion!) Vor. Mutig. Engagiert. Kritisch. UND dekorativ. Why not? Danke weiterhin für eure Zuschriften. Bitte weitermachen! Im September berichten wir euch davon.
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Dieser Newsletter wurde verfasst von
Barbara Unterthurner (Obfrau von Büro für Gegenwartskunst)
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20.07.2024: Ist Yayoi Kusama die Elena Ferrante der Kunstwelt?
13.07.2024: Ein Wink mit dem Asteroid
06.07.2024: Die Gästin grüßt (3): Von unterwegs



 
 
Bildcredits: (1) (c) aut/Günter Richard Wett (2) c) BfG (3) c) BfG.

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