In den Kunstherbst projiziert

Wir können nichts anderes sagen, als: Good to be back. Schön wieder hier zu sein. Bei euch zu sein. Euch schreiben zu dürfen. Der Sommer kühlt aus, hier in Innsbruck zumindest sind die Gipfel schon angezuckert. Ja, ist denn schon Weihnachten? Nein, in erster Linie ist Rückkehr in die Normalität. Heißt: Auch dieser Newsletter erscheint wieder in gewohnter Schönheit. Jeden Samstag. Mit Kunst aus aller (Alpen-)Lande gespickt und gefüllt mit den schönsten Kunstgeschichten, die die Gegenwart so hergibt.
Schluss jetzt mit dem Geschwafel und her mit dem goldglänzenden Kulturherbst. Aber Achtung, einfach „schön“ ist die neue Ausstellung im Innsbrucker Taxispalais nicht, auch wenn man bei Neda Saeedi zunächst mal in ein bunt leuchtendes Kaleidoskop an unterschiedlichen Themen blickt. Vom Turnbau zu Europa kommt die Künstlerin zur Denkmal-Debatte und letztlich zum (gar nicht so fairen) Zusammenleben von Mensch und Natur. Wann hört eigentlich das Erobern auf? Es wird beleuchtet und transparent gemacht, was in einer globalisierten Welt gerade beschäftigt. Und ja, „schön“ und instagrammable darf das Ganze auch noch sein. Entziehen kann man sich Neda Saaedis Arbeiten jedenfalls kaum. Aber schaut’s euch an! Und schickt vorbei, was euch interessiert/gefallen/abgeschreckt/überrascht hat. Wir lesen ja auch gern von euch.
 
Was unseren Sommer erleuchtet hat, wollt ihr wissen? Eben immer Ausstellungen, die überraschen. Nicht der Beach Body, sondern der „Anti/Körper“ im Fotohof in Salzburg hat uns beschäftigt – eine Ausstellung, die eben nicht Antikörper oder Anti-Körper meint, sondern den Körper ganz generell in den Fokus stellt. Und zwar den Körper als Medium für eine Erzählung. Interessant ist das deshalb, weil sich dieser Körper zusätzlich einer einfachen Einordnung in traditionelle Strukturen entzieht. Er testet Grenzen und stößt an seine eigenen Grenzen. Teil der Ausstellung ist (neben Claudia Holzinger, Leon Höllhumer, Kai Kuss, Xenia Lesniewski, Daniel Rajcsanyi und Sophia Süßmilch) auch Sarah Tasha, deren „Online Performance“ aus wilden, bunten, trashigen und teilweise richtig bösen Reels besteht, die in den Ausstellungsräumen in Salzburg nur so über den Bildschirm rauschen. Diese ongoing Performance kann man natürlich auch auf ihrem Instagramkanal verfolgen. Der Besuch in der Ausstellung ist aber in real und in person zu empfehlen. Wie überhaupt das meiste, das wir empfehlen.
 
Wer schon in Salzburg ist, also aktuell jedenfalls, hat die Ausstellung von Philipp Fleischmann im Salzburger Kunstverein (im Bild und hier ein Video davon) schon einmal verpasst. Aber, don’t worry, einmal quer durch Westösterreich und schon trefft ihr noch einmal auf Fleischmann – vor allem natürlich auf seine Kunst. Im Dock 20 in Lustenau jedenfalls hat gerade seine Ausstellung „Shifting Figures“ eröffnet. In einer raumgreifende Installation aus Diaprojektoren untersucht er, wann ein Bild beginnt zu erzählen. Nicht erst in der Bewegung oder? We will see! Das müssen wir sehen, auch um diese Schau mit dem Anfang unseres Newsletters zu vergleichen. Diaprojektor meets Diaprojektor. Schließlich hat auch Neda Saeedi für ihre, für Innsbruck gemachte Installation, Projektionen kunstvoll manipuliert. Wir haben uns derweil in den Kunstherbst projiziert. Also gebeamt. Mit Licht und Farbe geht es in die erste Newsletterwoche. Mal schauen, was uns kommende Woche einfällt.
Weitere Tipps findet ihr wie immer
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 Instagram.
 
Dieser Newsletter wurde verfasst von
Barbara Unterthurner (Obfrau von Büro für Gegenwartskunst)
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Bildcredits: (1) (c) BfG, Ausstellungsansicht "Neda Saeedi. In Fire Yet We Trust", Taxispalais Kunsthalle Tirol (2) c) BfG, Ausstellungsansicht "Anti/Körper", Fotohof Salzburg (3) c) Ausstellungsansicht "Philipp Fleischmann. Flashes Of Resilience", Salzburger Kunstverein

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Höttinger Au 76, 6020 Innsbruck
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