Ich bau dir
ein Schloss
In Wochen wie diesen würde man sich lieber ein Luftschloss bauen, sich utopischen Hoffnungen hingeben. Also abgeschirmt sein, von der Wahl, die Menschen treffen. Ihr wisst, was uns umtreibt! Und doch bleiben wir heute bei der Kunst. Mit unserem Luftschloss (in den Wolken?) ist aber bereits das richtige Stichwort gefallen, ein „Cloud Castle“ haben sich das Kunsthaus Bregenz, das Kunstmuseum St. Gallen, das Kunstmuseum Liechtenstein und das Bündner Kunstmuseum Chur jetzt auch eröffnet. Errichtet wurde eine Plattform, „ein schwebendes „Luftschloss“, steht sinnbildlich für die Idee eines prozessualen, immateriellen Raums, der es ermöglicht, Kunst in ihrer flüchtigsten und zugleich verbindlichsten Form zu erleben“, melden die Museen hier. Ein lebendiges Experimentierfeld für Kunst im Grenzgebiet – ja, ihr könnt euch denken, das hat unsere Aufmerksamkeit gecatcht. So jedenfalls kann es weitergehen, in einer Welt, die immer mehr Grenzen hochzieht. Jährlich wird westlich von unsrer Hood in Innsbruck nun also ein Künstler oder eine Künstlerin geladen, die ein einzigartiges ephemeres Kunstwerk schaffen wird. Die erste Einladung ins Klanghaus Toggenburg bekommt Wu Tsang für Jänner 2025. Es gibt also auch Orte zu entdecken. Und einen Podcast. Sowie im Rückschluss dann auch in die Häuser dieses Luftschlosses, also in Bregenz, St. Gallen, Chur oder Vaduz. Wohin es uns als nächstes zieht? Ins Kunsthaus Bregenz bestimmt. Hinhören bei Tarek Atoui. Zum Sehen gibt's ein Detail im Bild.
 
Bevor es in den Westen geht, müssen wir uns aber noch hierzulande ein wenig umschauen. Wir sind gerade mitten dabei, neue Wegen zur Kunst zu finden. Ihr wisst Bescheid, in Innsbruck laufen gerade die Premierentage. Davon haben wir euch ja schon öfters erzählt, wir haben auch ganz persönliche Wege hin zu dieser Veranstaltungsreihe, die heuer mit drei Tagen an 25 Kunstorten an den Start ging. In und um Innsbruck wird Kunstprogramm gemacht, heißt Ausstellungseröffnungen, Führungen, es wird getalkt und (art-)gewalked. Bisher haben wir euch immer Highlights vorab verraten, weil heute der letzte Tag ist, jetzt also ein Stimmungsbericht. Die Sonne scheint, die Kunst ist da. Wir schauen vorbei beim aut. und antifaschistischen Denkmälern im ehemaligen Jugoslawien, in der Plattform 6020, die aktuelle Ankäufe versammelt (davon ein Bild von Christiane Spatt im Bild). Oder bei Nicole Weniger im Reich für die Insel, von der wir euch im Rahmen der Ausstellung „What’s between the knots“ im Kunstraum Schwaz ja erzählt haben. Dort machen die Premierentage jetzt (Samstag Vormittag) gerade Station. Eine Lecture Perfomance, nein, ein "künstlerisches Selbstexperiment mit mythologischem Brennmaterial" von Anna Lerchbaumer und Martina Moro ist angesagt. Besser kann ein „Guter Morgen“-Gruß ja kaum überbracht werden.
 
Jetzt zum Abschluss noch ein Projekt, das nicht nur Grenzen sprengt, sondern Grenzen geradezu hinter sich lässt. Vom Longega Project haben wir euch vor einiger Zeit mal berichtet. Dass das Austauschprogramm zwischen dem Gadertal und Südkorea jetzt auf der Gwangju-Biennale aufgeschlagen ist, aber bestimmt noch nicht. Davon haben wir selbst erst vor Kurzem erfahren. Unser erster Kontakt mit Longega war übrigens gar nicht in Südtirol, sondern in München, bis wohin die Wurzeln von Longega reichen. 2022 hat die Initiative im Maximiliansforum sein 5-Jähriges gefeiert. 15 Künstler*innen aus dem Projekt waren geladen, man traf sich nicht nur in einer Ausstellung, sondern auch in einer Osteria – zum Kunstschauen und über Kunst sprechen. Jetzt nun aber Gwangju, deutscher Pavillon und die Südtiroler Landschaft (samt Hütte, seht ihr im Bild) ist mitten drin. Wieder ein Treffpunkt und fiktionales Panorama, das mit allen Sinnen eingeatmet werden soll, steht hier. Mit Nele Ka, Oliver Hausmann, Siyoung Kim, Fabian Feichter and Youlee Ku. Mehr lest ihr hier. Auch über Longega selbst.
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Dieser Newsletter wurde verfasst von
Barbara Unterthurner (Obfrau von Büro für Gegenwartskunst)
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Bildcredits: (1) (c) Tarek Atoui, Kunsthaus Bregenz, Foto: Markus Tretter (2) c) BfG (3) c) Fabian Feichter.

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