|
|
|
Anknüpfen, annähen, weiterstricken
|
|
|
|
|
|
Wie schön war das vergangene Woche, ein Newsletter nur mit Film und
Video – das müssen wir unbedingt wiederholen. Heute gilt es dafür umso
mehr, sich wieder ganz vielfältig zu präsentieren. Aber ihr wisst auch,
wir sind Serientäter*innen – schuftend im Auftrag der Kunst. Fast so wie
Maurizio Cattelan, dessen ultimativer Mittelfingerzeig in Bananenform jetzt teuer
an den Kryptomann ging. Ha, wer lacht jetzt noch über eine angeklebte
Banane? Einordnen lassen wir uns das heute von Almuth Spiegler oder
Daniel Völzke – hier und hier!
Wir müssen derweil anknüpfen, annähen, weiterstricken. Bis am Ende eine
ga a a nz lange Erzählung über Kunst im Alpenraum entsteht – und heute
sogar darüber hinaus. Aber dazu später mehr. Jetzt wirklich anknüpfen,
an vergangene Woche im Bozner Fotoforum und bei Mykola Ridnyi aus der Ukraine. Und seinen Aufnahmen aus dem Krieg. Damit zum Office Ukraine, das seit über zwei Jahren ukrainische Künstler*innen in Österreich unterstützt. Auch in Tirol, in Büchsenhausen. Die (ungemein wichtige!) Arbeit des Office wurde jetzt in eine Publikation gegossen. Vorgestellt wird sie am Montag im Literaturhaus am Inn.
Ziel der Publikation ist es nicht nur, Erfahrung zu teilen, sondern
auch ein (weiteres) Zeichen gegen den Krieg zu setzen. Gut so! Wir
müssen indes noch ein wenig am "Office", also am "Büro" bauen – die
Künstlerin Lea Sonderegger
hat sich diese Räume ja auch genauer angesehen. Mit der Kamera. Was
bleibt denn, wenn alle weg sind? Oder im Homeoffice. Zu sehen sind ihre
Fotografien aktuell im Fotohof in Salzburg, gemeinsam mit Arbeiten von Werner Feiersinger.
Drinnen und draußen also. Nicht weil die Fotos drinnen und draußen zu
sehen sind, sondern weil sie innen (Sonderegger) und außen (Feiersinger)
gemacht wurden. Die einen erzählen von der (Industrie-)Geschichte, von
Aufschwüngen und Abfällen – die anderen blicken auf das streng Normierte
scheinbar ganz ohne Persönlichkeit. Wie ihr eigenes Büro aussieht, das
verrät Galeristin, Apperfinderin und Tausendsassa Victoria Dejaco vielleicht kommende Woche (Dienstag!) beim nächsten Moontalk
in Bozen. Wenn ihr Glück habt. Oder sie danach fragt. Hinhören sollte
man jedenfalls, Dejaco hat bestimmt interessante Geschichten aus der
Kunstwelt parat. Hier bekommt ihr alle Infos dazu.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Wenn wir nicht in Bozen sind, dann sind wir am Sonnendeck. Also jenes in Salzburg. Richtig, der Mönchsberg (aka Museum der Moderne Salzburg) ist gemeint, auf dem jetzt auch Carola Dertnig gelandet ist – „Turn on the Move“
heißt ihre Einraumausstellung, die Arbeiten der Performerin und
Performancekünstlerin zeigt. Einige davon durften wir schon sehen, denn
auch das OK Linz hat zuletzt eine wirklich große Ausstellung von Dertnig gezeigt. Zu sehen waren ihre Feldenkreis-Arbeiten aber auch frühe Videos. In "...an exile..." läuft
Dertnig durch eine Stadt, ein langer Faden verfolgt sie – es ist ihr
Pullover, der sich langsam auflöst. Oder: In "...a car..."
quetscht sich Dertnig mit dem Auto durch eine enge Parkgarage. Das ist
nicht nur Slapstick, sondern auch ein lustvolles Spielen mit
(Gender-)Klischees. In Salzburg
jedenfalls sieht man auch „Donauspuren, digitale Weite und andere
Dinge“, wo die nächste Generation in Dertnigs Videos übernimmt.
|
|
|
|
|
|
|
|
Zum Abschluss geht es noch einmal wirklich weit weg – also räumlich
gesehen, oben haben wir’s ja bereits angekündigt. Die Alpen sind im
Burgenland ja wirklich höchstens ein Punkt am Horizont. Gesehen haben
wir dafür einen Beitrag im "Kulturmontag".
Übers Burgenland und dass sich dort, auf dem Land inzwischen auch
einiges in Sachen Gegenwartskunst tut. Gezeigt wurde zudem die neue
Ausstellung von Hannah & Lea Neckel in der Landesgalerie Burgenland.
Ein rosiges Internet-Traumland haben sie sich dort erschaffen, einen
barocken Garten, nur dass der Brunnen jetzt im Safe Space des
Ausstellungsraumes plätschert. Und der Staubsaugerroboter Aufseher*in
spielt. Von Neckels trashig-schöner Internetkulturkunst hängen wir euch
ein Bild in den Newsletter – nicht aus dem Burgenland, sondern auch aus
dem OK Linz.
Die Heckels waren dort 2023, also noch vor Carola Dertnig zu sehen.
Geht’s für die beiden jetzt noch weiter Richtung Osten? Oder auch mal in
den Westen? Den ORF-Beitrag über’s Burgenland seht ihr übrigens hier.
|
|
|
|
|
|
|
|
Weitere Tipps findet ihr wie immer
drüben bei Instagram.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Dieser Newsletter wurde verfasst von
Barbara Unterthurner (Obfrau von Büro für Gegenwartskunst)
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Büro für Gegenwartskunst –
Verein zur Förderung von Gegenwartskunst im Alpenraum
Höttinger Au 76, 6020 Innsbruck
Datenschutz | Impressum
|
|
|
|
|
|
|
|
|