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Zurechtrücken,
was schief hängt
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Heute! Heute können wir nur über heute schreiben. Ihr wisst, welcher Tag
heute ist. Wenn ihr diesen Newsletter am Aussendetag Samstag lest, dann
ist nicht nur Samstag, sondern auch der 8. März. Egal, ob ihr ihn
Feministischen Kampftag oder Weltfrauentag nennt, alljährlich Anfang
März muss erinnert werden: Gleichberechtigung ist noch nicht.
Durch die Branchen verdienen weiblich gelesene Personen weniger, privat
machen sie den Großteil der Care-Arbeit und in der Kunstwelt sind sie
unterrepräsentiert. Ja, von Ungerechtigkeiten zu sprechen, ist wichtig.
Ebenso wichtig, wie Künstlerinnen sichtbar zu machen. Wir wollen heute
beides tun – und zuerst von einem (künstlerischen) Projekt berichten,
das in Südtirol gerade zusätzlich ein Mahnmal gegen Gewalt an Frauen
setzt. Mit "Das rote Boot"
setzen 18 Künstler*innen ein Zeichen. Sie alle rufen zur
gemeinschaftlichen sozialen, gesellschaftlichen und politischen
Verantwortung auf, Frauen zu unterstützen – und zu schützen. Und sie
alle haben mit dem Symbol eines roten Bootes künstlerisch gearbeitet, im
Bild seht ihr es, übrigens gestrandet im SKB Artes in Bozen. Jetzt zieht das Projekt samt Symbol, Postkartenedition und Publikation weiter ins Bildungshaus Kloster Neustift nahe Brixen. Und die Interventionen der Künstler*innen (unter ihnen AliPaloma, Sophie Lazari oder Elisabeth Oberrauch) sind ab 14. März – und bis 12. April – dort zu sehen. Hier seht ihr schon mal mehr.
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Unterstüzten und beschützen; Ungerechtigkeiten ansprechen, sichtbar
machen – was könnte man an einem Weltfrauentag noch so machen?
Kunsthistorikerin Katy Hessel
hat vor einigen Jahren an diesem Tag ein Experiment unternommen. 2000
Menschen hat sie gefragt: Wie viele Künstlerinnen kennen sie? Sind es
weniger als 3? Das Ergebnis ist erschütternd. Gerade mal 30 Prozent
konnten 3 Namen nennen, steht hier.
3 Namen! Denkt ihr mal drüber nach. Wer Nachholbedarf hat, kann Hessel
konsultieren. Denn die britische Kunsthistorikerin hat 2022 schon eine
eigene Kunstgeschichte geschrieben. Eine "Story of Art" – mit dem Zusatz "Without Men". Natürlich spielt Hessel damit elegant auf Gombrichs Standardwerk "Die Geschichte der Kunst"
an – um den Kanon dann selbst nochmal zu überarbeiten. Von Künstlerin
zu Künstlerin hangelt sie sich von der Renaissance bis in die
Neuzeit, in die Moderne und Gegenwart vor. Und erzählt dabei von viel
mehr als bloß 3 Künstlerinnnen. Das Buch, auch wenn es nicht mehr ganz
druckfrisch ist, ist an einem Tag wie heute jedenfalls empfehlenswert.
Dass Hessel jetzt auch im Belvedere zurechtrückt, was noch schief hängt, ist besonders erfreulich. In einer feministischen Audiotour werden auch hier Künstlerinnen (von Maria Lassnig bis Erika Giovanna Klien) vor den Vorhang geholt. Dauerhaft, hoffentlich. Hier könnt ihr reinhören.
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Einmal geht's noch, wir wiederholen: Unterstützen und beschützen.
Ungerechtigkeit ansprechen, sichtbar machen. Deshalb jetzt rein in die
Kunst. Und noch einmal nach Südtirol. Denn auf eine Ausstellung im Kunstmeranoarte freuen wir uns besonders: Ab kommender Woche sind dort die Werke von Belinda Kazeem-Kaminski zu sehen, einer Künstlerin, die in ihren Arbeiten immer die Begegnung sucht. Wir sind ihr erstmals in der Kunsthalle Wien begegnet. Nach Meran kommt sie mit einem speziellen Fokus: dem Missionswesen in Südtirol. Es geht, so kündigt das Museum die Ausstellung
an, um die Geschichte Asues, eines jungen afrikanischen Mädchens, das
1855 unfreiwillig im Rahmen des Missionswesens ins Ursulinenkloster nach
Bruneck kam. Fragen nach kolonialer Vergangenheit und der Auswirkung
auf die Gegenwart kommen auf. Erzählt wird multimedial, heißt es in der vorab – natürlich werden wir berichten. Und weiter sichtbar machen.
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Weitere Tipps findet ihr wie immer
drüben bei Instagram.
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Dieser Newsletter wurde verfasst von
Barbara Unterthurner (Obfrau Verein "Büro für Gegenwartskunst")
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Büro für Gegenwartskunst –
Verein zur Förderung von Gegenwartskunst im Alpenraum
Höttinger Au 76, 6020 Innsbruck
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