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Alpen, Aquarell,
Aktivismus
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Weil es letzte Woche hier ausdrücklich nichts zu sehen gab – warum könnt ihr hier nochmal nachlesen –, steht heute im Mittelpunkt, was wir nicht nicht sehen können. Richtig gelesen. Doppelte Verneinung. Nicht nicht
sehen, damit können wir hier, mitten in den Alpen, tatsächlich nur die
Alpen selbst meinen. Die Berge, Gipfel, ewige Riesen, die auf uns
herabschauen. Und wir rauf. Jeden Tag. Immer anwesend. Leander Schwazer
scheint davon nicht genug zu bekommen, hat er für seinen Beitrag zur
Ausstellung "Alle Anwesenden, die nie da waren", doch "Ich möchte meine Berge sehen" ins Gewölbe der Brixner Lauben am Eingang der Stadt Galerie geschrieben. So oder so ähnlich soll sich zumindest der große Giovanni Segantini
aus dieser Welt verabschiedet haben. Und der hatte zur Bergwelt ja eine
ganz eigene (künstlerische) Beziehung. "Ich möchte meine Berge sehen" –
dieser Satz soll sogar Joseph Beuys verzückt haben, erklärt der
Brixner Ausstellungstext.
Und mit ihm Schwazer dazu. Gleich doppelt sogar. Das versteht ihr, wenn
ihr bis zum Brixner Domplatz, am anderen Eingang der Stadt Galerie
wandert. Weitere Arbeiten von Schwazer seht ihr aktuell übrigens nicht
nur in Brixen, sondern auch im AR/GE Kunst in Bozen – dort sogar einen ganzen Arbeitsschwerpunkt zur Überwachung. Und Wölfen. Bilder davon bekommt ihr demnächst auch hier. Von der Bozner Ausstellung ("Pfeffer und Oliven. Zur Gegenüberwachung") haben wir an dieser Stelle vergangenen Samstag berichtet – eben weil dort eine Installation nicht
zu sehen war. Schwazers Werke dagegen sind da. Immer anwesend. Bis 10.
Mai. Genauso wie sein aus Werbereklame-Buchstaben gepuzzelter, bunter
Wunsch nach den Bergen in Brixen. Dieser bis 27. März. So lange ist die
Ausstellung, die im Inneren der Stadt Galerie mit Kunst von Roger Weiss und Valentina De'Mathà übrigens noch überraschend heimelig wird, fürs Publikum geöffnet.
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Die Alpen als Musen, gilt für Segantini, ebenso wie für jene Künstler*innen, die sich heuer für Smach.
im Südtiroler Gadertal beworben haben. In einer Woche sollen heurigen
Werke der Freiluft-Dolomiten-Biennale vorgestellt werden. Da schauen wir
für euch natürlich genauer hin. Wir sind gespannt, was die Jury um Peter Senoner, Jasmine Deporta und Stefan Sagmeister zur siebten Smach.-Ausgabe ausgewählt haben. Dass die Alpen (und die heimischen Bräuche) schon in den 1950ern auch Gerti Deutsch (1908-1979) inspirierten, zeigt aktuell eine Ausstellung in Innsbruck. Im Inn Situ
führen fotografische Recherchen der österreichisch-britischen
Künstlerin nach Japan, Italien und Tirol. Nicht nur beim Imster
Schemenlauf, auch beim harten Leben in den Dörfern hat die Fotografin
den Auslöser gedrückt. Dass Gerti Deutschs Fotos ausgestellt werden, ist
der Mitverdienst des Fotohof Salzburg. Mitgewirkt hat ebendieser auch in der neuen Ausstellung von Inge Morath im Flatz Museum
in Dornbirn. Inge Morath und Gerti Deutsch – it's sowieso a match!
Beiden haben auch schon miteinander gearbeitet. Schön also, dass beide
gerade in unserer Nähe gezeigt werden.
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Berge, Klappe, die dritte. Alpine Landschaften – oder zumindest jenes
Element, das aus ihnen hervorquillt, kann man seit vergangener Woche
auch im TAXISPALAIS Kunsthalle Tirol
entdecken. Der Innsbrucker Ausstellungsort für zeitgenössische Kunst
zeigt aktuell – und das ist doch ziemlich ungewöhnlich – Tiroler
Aquarelle (und einige Radierungen). "fließen" heißt die Ausstellung von Hannelore Nenning,
in deren wässrigen Arbeiten allerhand in Bewegung ist. Nina Tabassomi
vom TAXISPALAIS will Nenning nicht nur als Künstlerin, auch als
zeichnende Aktivistin verstanden wissen, schließlich bildet Nenning in
ihrer Kunst ab, was Mensch sei Dank bald nicht mehr sein könnte. Die
Natur im Platzertal zum Beispiel. Okay, aber dringt die Dringlichkeit,
die Debatte um unseren Umgang mit der Umwelt, durch die zarten Farben
und feinen Pinselstriche überhaupt hindurch? Darüber lässt sich herrlich
diskutieren. Wenn ihr das mal mit uns möchtet, wisst ihr, wo
ihr uns erreichen könnt. Bis dahin: Schaut euch weiter (mit uns?)
Jetztkunst an. Oder eben die Berge. Zu übersehen sind beide nicht. Wenn
man genau hinschaut.
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Weitere Tipps findet ihr wie immer
drüben bei Instagram.
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Dieser Newsletter wurde verfasst von
Barbara Unterthurner (Obfrau Verein "Büro für Gegenwartskunst")
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Büro für Gegenwartskunst –
Verein zur Förderung von Gegenwartskunst im Alpenraum
Höttinger Au 76, 6020 Innsbruck
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