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Schnell gesnackt – das ist so was von letzter Woche! Wisst ihr noch, wir
sprachen (aka tippten) zuletzt von kurzen Ausstellungen im Alpenraum,
die „snackable“ sind. Ausstellungen, die man schnell durchhat – und die
dafür umso länger nachhallen. Und heute? Ihr ahnt es bereits: Ein
Gegensatz muss her. Und wir meinen dabei gar nicht die Mega-Museen, die
Louvres dieser Welt, die keine Snacks aber einen Jahresvorrat an Kunst
liefern. Wir sprechen deshalb lieber von den Initiativen, die nicht
überfordern. Aber fordern! Einigen wir uns darauf: Mega, das gibt’s
abseits vom Louvre noch genug. Etwa wenn wir an die Architekturbiennale in Venedig denken, die in einer Woche eröffnet. Was? Ihr kennt euch noch nicht aus? Frieze hat sich an einem „What to See“ probiert – das findet ihr hier. Und auch die Manifesta hat ihren Countdown für die neue Ausgabe gestartet. 2026 wird Europas wandernde Kunstbiennale im Ruhrgebiet Halt machen. Der konzeptuelle Rahmen wurde jetzt festgesteckt. Ganz anders bei den diesjährigen Kulturhauptstädten – in Görz/Nova Gorica jedenfalls geht’s schon rund. Hat der ORF hier
nochmals aufgearbeitet. Und schon sind wir in den Medien. Die sind ja –
abseits ihrer alltäglichen Eilmeldungschoreo – auch oft bewusst nicht
snackable. Dass die ZEIT jetzt abseits vom klassischen (und politischen) Feuilleton die ZEIT KUNST
macht, hat uns gefreut. Und dann schnell ernüchtert. Geile Haptik ja,
aber wo ist der inhaltliche Mehrwert? Habt ihr die Sonderausgabe – u.a.
mit diesem tänzelnden Porträt hier – schon durchgeblättert? Oder bleibt ihr lieber bei der Süddeutschen? Hier findet sich ja wenigstens was über Tirol. Und die Alpen. Und die Kunst in den Alpen. Das Tiroler KÖR-Projekt "Schnee von morgen" haben wir euch vergangene Woche schon verlinkt. Die SZ hat uns voraus, sie war schon persönlich dort bei der Intervention von Lois Hechenblaikner in einem Speichersee hoch oben am Berg. Und hat das hier geschrieben.
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Und jetzt: Zeitung weg – Augen auf. Denn in der neuen Ausstellung im aut.
in Innsbruck gibt es viel zu sehen. Dass am Ende viele Ergebnisse am
Tisch liegen (also ganz wörtlich gemeint), hat so eine große Recherche
natürlich an sich. Mit Gegenwartskunst hat diese zwar nicht viel zu tun,
eine absolut interessante Architektur-Geschichte erzählt „Aufbruch in die Architekturmoderne El Salvadors“
trotzdem. Sie bleibt dabei in den Alpen und fliegt weit weg.
Recherchiert haben die Ausstellungsmacher*innen Ivona Jelcic und Nicola
Weber nämlich die Leben (und das Werken) zweier österreichischer
Architekt*innen. Ehrentraut Katstaller-Schott und Karl Katstaller
sind in den 1950ern von Wien aus nach El Salvador übersiedelt, um dort
zu bauen. Für die öffentliche Hand planten sie Schulen,
Verwaltungsgebäude oder ein Sportstadium. Dabei ging es ihnen immer auch
um die Umgebung. Ums Klima. Wie kann Architektur in tropischen Regionen
zum Wohlbefinden der Menschen beitragen? Die Katstallers haben Lösungen
gefunden. Solche, die es einmal gab (in Schwarz-Weiß) und solche, die
es noch immer gibt (in Farbe). Welche genau, seht ihr bis 14. Juni im
aut. – auf drei Stockwerken, in Fotos, historischen Dokumenten und im
Video. Durchwühlen lohnt sich!
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Von Taiwan (über die USA) nach München kommt dagegen Shu Lea Cheangs Kunst, die aktuell im Haus der Kunst ausgestellt wird. Ihre Multimediaarbeiten sind einmal mehr das Gegenteil von schnell abgefrühstückter Kunst, mit dem worldbilding
der Künstlerin muss man sich ausgiebig auseinandersetzen. Weil ihre
Werke auf dem Grat zwischen Digitalem und Analogen tänzeln und
gleichzeitig Biosphäre und Techsphäre geschickt miteinander verbinden.
Also: In der Ausstellung gibt es Müll und Datenmüll, Roboter, die sich
den Weg bahnen und Pilze, die sich ihren Platz bereits (zurück-)erobert
haben. "Kiss Kiss Kill Kill",
übrigens die erste institutionelle Überblicksausstellung von Shu Lea
Cheang, handelt von menschlichem Zwischeneinander und der schöpferischen
sowie zerstörerischen Kraft der Menschheit. Jeder Ausstellungsraum ist
dabei anders, beim Durchgehen entspinnt sich eine große Reise – anders
können wir's nicht sagen. Deshalb sagen wir's, wie wir's immer sagen:
Das müsst ihr schon selbst erlebt haben. Einstimmen drauf könnt ihr euch
hier. Und hier.
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Weitere Tipps findet ihr wie immer
drüben bei Instagram.
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Dieser Newsletter wurde verfasst von
Barbara Unterthurner (Obfrau Verein "Büro für Gegenwartskunst")
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Büro für Gegenwartskunst –
Verein zur Förderung von Gegenwartskunst im Alpenraum
Höttinger Au 76, 6020 Innsbruck
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