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Zurückdenken
an Vordenker*innen
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Wir geben uns ja Mühe. Wir versuchen es zumindest. Wir versuchen, euch
jede Woche eine Geschichte zu erzählen. Es geht dabei oft um den Raum,
den wir uns teilen, die Zeit, die wir miteinander verbringen – und
darum, wie wir als Gesellschaft miteinander umgehen. Und das alles im
Zeichen der Kunst. Wir hatten aber auch schon Newsletter, in dem wir uns
thematisch unter die Erde gruben oder uns nur um Schauen kümmerten, bei
denen man eigentlich (bewusst) nichts schauen kann. Unsere Kapitel sind
dabei jeweils unterschiedliche Ausstellungen, Projekte, Erzählungen.
Weil wir jede Woche kommen, geht es gleichzeitig darum, immer neu zu
sein. Ums N-e-u-e geht's also auch heute – und um die Zeit, die es
braucht, Neues zu entdecken. Denn genau diese Zeit fehlt oft, das lest
ihr an dieser Stelle nicht zum ersten Mal. Manchmal (oft!) verpassen wir
was. Im Salzburger Kunstverein etwa hat gerade eine neue Ausstellung eröffnet. Und wir hatten nicht einmal Zeit, euch von der Abgelaufenen zu erzählen. Toll war die schon. Das New Mineral Collective
hat nämlich nach politischen Dimensionen von Landschaft gesucht – und
eine wässrige Kunst-Landschaft im Raum errichtet. Daran erinnern wir mit
dem heutigen ersten Bild. Erinnern auch deshalb, weil wir nie vergessen
sollten, darüber nachzudenken, wie wir gerade mit unserem Planeten
umgehen. Und was sich hier dringend verändern muss. Was muss neu werden?
In der Fondazione Dalle Nogare in Bozen wurde schon was neu, die vormalige Kuratorin und jetzt neue künstlerische Leiterin Eva Brioschi nämlich eröffnete dort eine ganz neue Ausstellungssaison. „Under the Spell of Marcel Duchamp“
geht schon seit einigen Wochen dem Einfluss des großen Duchamp nach –
wieder so ein Fall von Zurückdenken an Vordenker*innen also. Gestern gab
es eine Lecture on top. Und hier wurde Brioschi zu ihrem Visionen für die Fondazione interviewt.
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Was ist neu - in der Fotografie, darüber denkt Kurator Marco Pietracupa in Brixen nach. Seine zweite Ausstellung „Imaginarium“
ist inzwischen auch eröffnet, wir konnten sie vor Kurzem sehen und sind
für kurze Zeit abgetaucht in ein Paralleluniversum. So hat sich das
Pietracupa wahrscheinlich eh gewünscht, er zeigt mit Alessandro Calabrese, Luca Baioni und Matteo Pizzolante
drei (männliche) Positionen, die die Fotografie teilweise verlassen, um
in der Fotografie zu bleiben. Die Themen – ob es um künstliche
Intelligenz, parallele Wahrheiten oder digitale Manipulation geht – sind
ja dennoch da. Bei Calabrese vielleicht am anschaulichsten, ein und
dieselbe „Punch Line“
zieht sich als absurder Gag durch seine Arbeiten, Sprache wird
gedoppelt und kommt als Fragment, als 3D-Druck dann wieder zurück. Was
richtet die Kunst noch aus in einer Welt der Algorithmen? Was ist denn
noch authentisch?
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Was ist neu – in der Ausstellung, das muss man bei Angelika Wischermann im Kunstraum Schwaz
bei jedem Besuch neu abchecken. Ihre zentrale Arbeit "Bleiglanz" (ein
Teil davno im Bild) ist im Prozess begriffen. Und beschäftigt sich
gleichzeitig auch thematisch mit einem Prozess. Wischermann trägt eines
Bleistiftes ab, indem sie einen Stein bemalt. „Auf- und abtragen“
– das will ihre Ausstellung in Schwaz ja schon im Titel. Intensiv und
radikal setzt sie dabei auf Abläufe, die kurzzeitig eher zu Ritualen
werden. Türmatten werden abgetragen, Stoff am Körper aufgetragen,
Silberlöffel werden so lange benutzt, bis diese selbst den Löffel
abgeben, während am eigenen Stuhl schon ordentlich gesägt wurde. Ihr
seht, Wischermanns Arbeiten sind auch sprachlich zu be-greifen, sie
schafft Werke für Abläufe, die lange dauern – in einem Bild sofort
sichtbar werden. Sehen könnt ihr das alles bis 2. August. Wir geben euch
den Tipp: Genau hinschauen. Auch unter Tische und Stühle!
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Weitere Tipps findet ihr wie immer
drüben bei Instagram.
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Dieser Newsletter wurde verfasst von
Barbara Unterthurner (Obfrau Verein "Büro für Gegenwartskunst")
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Büro für Gegenwartskunst –
Verein zur Förderung von Gegenwartskunst im Alpenraum
Höttinger Au 76, 6020 Innsbruck
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