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Ordentlich
(Kunst-)Stoff geben
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(Kunst-)Stoff liefern wir euch verlässlich – samstäglich – neu. So auch
heute. Ohne Umschweife tauchen wir also direkt ins Stoffliche ein, wir
werden weich gepolstert von den News und unseren Empfehlungen. Denn
textile Kunst – daran sind Museen und Kunsträume nach wie vor besonders
interessiert. In Innsbruck stand ein Ausflug ins Textile zuletzt einmal
unter dem Motto "Da beißt die Maus keinen Faden ab". Im Wiener MAK wägte man bei Textil (und Keramik) zuletzt ab zwischen "Hard/Soft". Während es im Museion Bozen 2025 um "The Softest Hard"
geht, gemeint ist "Kunst als gewaltloser urbaner Widerstand". Wir
wollen heute aber ganz nah am Material bleiben – schauen hin, wo gewebt
wird oder wurde, wo sich Stoff sammelt und der Stoff Raum eingenommen
hat. Wenn's in der Kunstwelt um Fäden geht, ist Chiharu Shiota ganz vorn mit dabei, seit neuestem auch hier in Tirol. Auffällig und publikumsträchtig ist die neue Wunderkammer von Shiota in den Swarovski Kristallwelten allemal. Wir waren vor Kurzem da und haben uns „Crystallizing Identity“
selbst angeschaut. Herauskristallisiert haben sich für die Künstlerin
dabei wieder einmal die großen Themen und großen Fragen nach dem Leben
und dem Dasein. Alles ist mit allem verknüpft. Oder besser: „Der Faden
verbindet alles“, sagt Shiota hier. Ihr Fadengeflecht gefällt in Wattens vor allem dem Auge der Betrachtenden. Natürlich haben auch wir euch ein Bild mitgebracht.
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An die Fadenkunst von Chiharu Shiota knüpfen wir jetzt die textilen Kunstwerke von Małgorzata Mirga-Tas, die – wenn ihr diesen Newsletter auch an seinem Aussendetag Samstag lest – gerade in Bregenz
über ihre Kunst spricht. Und gleichzeitig also auch über die
Lebenswelten der Rom*nja-Kultur, die sie in ihren oftmals großflächigen
Stoffarbeiten vornehmlich einwebt. 2022 hat sie damit im polnischen Pavillon in
Venedig für großes Interesse gesorgt, nicht nur weil sie als erste
Rom*nja-Künstlerin überhaupt auf der Biennale ein Land vertrat. Ihre
Arbeiten sprachen (und sprechen) für sich – wir haben ihnen in Innsbruck
2022 schon in der Ausstellung „Zeitgeschichten“ im TAXISPALAIS zugehört. Im Kunsthaus Bregenz zieht jetzt mit „Tełe Æerhenia Jekh Jag“
(„Unter dem bestirnten Himmel brennt ein Feuer“, so der Titel der
Ausstellung), wieder nicht nur sehr viel Stoff (zum Nachdenken) ein,
sondern auch Skulpturen der Künstlerin, die eigens für das KUB
geschaffen wurden. Wenn wir dem Ausstellungsankünder hier
folgen dürfen, so greifen sie mythische Erzählungen auf und sind
zugleich Sinnbilder einer gegenwärtigen Conditio humana. Wir sind
gespannt, bringen euch dann auch eigene Bilder mit.
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Stefanie Moshammer hat mit Stoff per se gar nicht so viel zu tun. In ihrer neuen Ausstellung in Bozen hat sie trotzdem mit Stoffen gearbeitet. Vielleicht, lasst uns den Titel ihrer Schau im Fotoforum bemühen, weil „Grandmother said it’s okay“.
Ihre Großmutter jedenfalls sieht man auf den ausgestellten Fotografien
der österreichischen Künstlerin mal eingewickelt in Textil, mal ganz,
mal nur in Teilen. Auf einigen Fotografien etwa lacht uns nur ihr Gebiss
entgegen. Moshammer erinnert sich mit der Kamera zurück in die eigene
Kindheit, eine, die eingebettet scheint in Trachtenschürzen und
Wollsocken. Und nicht auf die Äpfel im Herrgottswinkel vergessen! All in
all: Eine ganz wunderbare Fotoserie ist entstanden, die in Bozen jetzt
auch schön stofflich inszeniert wird. Da haben Kuratorin Sabine Gamper und Künstlerin Stefanie Moshammer eine anschauliche Ausstellung realisiert. Überzeugen könnt ihr euch davon noch bis 28. Juni.
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Weitere Tipps findet ihr wie immer
drüben bei Instagram.
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Dieser Newsletter wurde verfasst von
Barbara Unterthurner (Obfrau Verein "Büro für Gegenwartskunst")
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Bildcredits: (1) c) BfG, Ausstellungsansicht "Crystallizing Identity",
Swarovski Kristallwelten Wattens(2) c) Małgorzata Mirga-Tas, Kunsthaus
Bregenz Courtesy of the artist, Foksal Gallery Foundation, Warschau,
Frith Street Gallery, London, Karma International, Zürich; Foto: Markus
Tretter (3) c) BfG, Ausstellungsansicht "Stefanie Moshammer – Grandmother said it's okay", Fotoforum Bozen.
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Büro für Gegenwartskunst –
Verein zur Förderung von Gegenwartskunst im Alpenraum
Höttinger Au 76, 6020 Innsbruck
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