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Große Fragen –
down to earth
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Ihr habt Recht, wenn ihr denkt, es wäre nur konsequent, nach den ganzen Hard-Soft-Vergleichen des Newsletters
vom vergangenen Samstag nach dem Stofflichen nun das Harte, Deftige
einmal zu Wort kommen zu lassen. Aber ist der Sommer der richtige Ort
fürs Deftige? Sollte es nicht gerade jetzt locker-flockig weitergehen?
Wisst ihr was? Wir lassen heute noch einmal Widersprüche sprießen. Denn
auch die sind oft Wesen von zeitgenössischer Kunst – will heißen: Die
Größe der Fragen von Gegenwartskunst sieht man den Werken nicht immer
auf Anhieb an. Diese Beobachtung macht nicht nur ihr beim Kunstschauen,
sondern auch wir. Heute also auf ihrem Kunstmenü: Die großen Fragen –
down to earth. Die großen Fragen – in alltäglichem Gewand. Wobei uns der
Begriff "Gewand" gerade nochmal den Link zum Stofflichen von letzter
Woche liefert. Denn einen Stoff-Zusatz hätten wir noch. Er wartet nicht in Innsbruck aber im Süddeutschen Schloss Herrenchiemsee. Seit 2013 finden dort immer wieder Sommerausstellungen statt – eine Reihe also, die sogenannte "Königsklasse", bestückt und organisiert von der Pinakothek der Moderne
in München. Heuer ist bei den 50 Werken, die vom whiten Museumscube in
die unvollständigen Rohbauräume der historischen Schlossanlage umgezogen
sind, auch die wunderbare Sheila Hicks dabei, von der wir euch heute eine bildliche Erinnerung an ihre Ausstellung 2023 im Kunstmuseum St. Gallen (aka
LOK) da lassen. Soviel zum Thema Stoff! Der Stoff der Ausstellung in
Herrenchiemsee ist ebenso starker Tobak. Es geht um nichts Weniger als Demokratie und Kunst – gebettet in die nice Frage: "Könnt ihr noch?" Stellt
ihr euch diese Frage auch schon? In Zeiten von Amokläufen und
Kriegstreiben, von Manosphere und sozialer Ungerechtigkeit? „Könnt ihr
noch?“, hat jedenfalls schon Deichkind gefragt in einem pumpenden Song über Klima-Karma, Katzen-Memes, Kokoswasser und Kobaltminen. Hört den Song hier. Wer übrigens wirklich nicht mehr kann: Das BA Kunstforum Wien. Das sperrt ab August seine Türen endgültig zu. Daran erinnern wir uns kommende Woche, versprochen!
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Große Fragen – aber down to earth, dieser Claim gilt aus unserer Sicht doch auch für die Performances von Doris Uhlich. Wir haben uns auch deshalb gefreut, dass das Museum der Moderne Salzburg,
das an dieser Stelle mit seinen aktuellen Ausstellungen schon des
Öfteren Thema war, jetzt eine neue Performance von Uhlich zeigt. An
diesem Wochenende wird die Performerin, die mit ihrer Arbeit u.a. für
mehr Diversität im Tanz und der Performance eintritt, Bewegung ins
Museum bringen. Genauer gesagt Bewegung in die mächtigen Betontreppen,
die durchs Haus führen – von Ausstellungsebene zu Ausstellungsebene. „downstairs“ heißt die fürs Museum erarbeitete Performance. Sie greift Motive aus der Kunstgeschichte auf. Denkt an Duchamps über Treppen hinabschreitender Akt – oder an Gerhard Richters nackte Ema auf der Treppe. Und jetzt: Auftritt Uhlich, bei der die Frau nun kein Sujet mehr ist. Sondern Akteurin. Auf Instagram jedenfalls gibt das MdMS schon erste Einblicke in die Kooperation mit dem Sommerszene-Festival. Wir sehen ein Urinal, wir sehen einen Downhiller – erinnert uns an Uhlichs Performance SUN site specific auf der Innsbrucker Bergiselschanze vor gut einem Jahr. Von dieser Kooperation mit der Biennale Innsbruck International haben schon in diesem Newsletter schon mehrfach berichtet. Also auch heute.
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Einmal geht’s noch mit der vermeintlich alltäglichen Ästhetik von Kunst –
Kunst, der man ihre Dringlichkeit auf den ersten (Laien-)Blick gar
nicht ansieht. Klara Lidéns Arbeiten
passen in dieses Schema, glauben wir. Besonders, wenn man ihr Oeuvre
zum öffentlichen Raum betrachtet. Ausgestellt war Lidéns Kunst 2013
schon einmal im Bozner Museion – unter dem Titel „Invalidenstraße“. Auf der Straße daheim ist ja auch „Graffiti“,
die aktuelle Ausstellung im Museion. Klara Lidén ist da natürlich dabei
mit ihren Readymades aus dem öffentlichen (Berliner) Raum. Schaut aufs
Bild: Diese Mülltonnen atmen Berliner Luft – und verhandeln ganz
nebenbei aber die Frage, wer den öffentlichen Raum überhaupt nutzen
darf. Für wen ist er gemacht? Und wen schließt er aus? Damit könnten
auch Museumsbesucher*innen der neuen Ausstellung von Klara Lidén in der Kunsthalle Zürich konftrontiert werden. "Over out and above" ist die erste institutionelle Einzelausstellung der Künstlerin in der Schweiz, sagt die Kunsthalle hier. Eröffnet wird sie jetzt, dieses Wochenende – übrigens pünktlich zum Zurich Art Weekend, das in 3 Tagen (13.-15. Juni) ein fettes Programm in 71 Orten anbietet. In der Kunsthalle Zürich findet übrigens morgen ein Talk organisiert von TEXTE ZUR KUNST statt. Infos dazu: Hier.
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Weitere Tipps findet ihr wie immer
drüben bei Instagram.
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Dieser Newsletter wurde verfasst von
Barbara Unterthurner (Obfrau Verein "Büro für Gegenwartskunst")
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Büro für Gegenwartskunst –
Verein zur Förderung von Gegenwartskunst im Alpenraum
Höttinger Au 76, 6020 Innsbruck
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