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Immer schön
flüssig bleiben
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Panta rhei – das sagt doch, wer besonders schlau klingen möchte und
eigentlich einfach darauf hinweisen will: Hey – alles ist im Fluss! Hey,
wir bleiben in Bewegung! Immer schön flüssig bleiben! Alles ändert
sich! Weil so etwas wie eine Baustelle kann auch ein Dauerzustand sein –
und gar kein schlechter. So ist das in der Gegenwartkunst ja auch.
Kurator*innen, Kunsträume, Museen bewegen sich von Projekt zu Projekt,
werkeln in einem Rhythmus, in dem eines das andere ablöst, Neues kommt,
Altes geht – und Wichtiges bleibt. Darum lasst uns heute einmal über die
Lücke sprechen, die Leerstelle, die entsteht, wenn Orte schließen,
umbauen und Ausstellung zu Ende gehen. Wenn Neues oder
Zwischenzeitliches kommt. Wir haben in unserer Hood nämlich ein paar
Baustellen, wo derzeit (um-)gebaut wird, wo Orte entstehen oder
Ausweichquartiere bezogen werden. Wir müssen zwangsläufig also mit einer
Großbaustelle beginnen, auf eine solche trifft man u.a. in Salzburg, gleich mitten in der Stadt. Seit Oktober 2023 wird an Neuen Residenz des Salzburg Museums intensiv gebaut. Hier entsteht, das müssen wir euch eh nicht erzählen, ein Erweiterungsbau – und am Ende das Belvedere Salzburg.
Also auch etwas ganz Neues, eine neue Kooperation zwischen zwei Museen.
Mit nächsten (oder übernächstem Jahr) ist es dann soweit, vom schicken
Bau mit unterirdischen Räumen sieht man derweil aber noch nichts. Noch
liefert die Baustelle kein besonders attraktives Bild. Aber auch das
gehört dazu. Wo gehobelt wird, da fallen Späne – auch das sagt man nicht
umsonst. Warum wir heute über Leerstellen sprechen? In erster Linie,
weil auch das Büro für Gegenwartskunst
ein Projekt ist, das sich entwickelt. Wir versprochen, „unruhig“ zu
bleiben. Wie jedes Jahr gehen auch wir schon bald in eine „Umbaupause“.
In jedem Fall aber in eine Sommerpause. Dazu dann nächste Woche mehr.
Noch sind wir ja da! Und alles fließt!
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Derweil wechseln wir zur nächsten Baustelle, die ist auch mitten in der Stadt – aber in unserer Stadt. In Innsbruck wird das Ferdinandeum gerade umgebaut, das Teil der Tiroler Landesmuseen,
für die (Achtung, Transparenzhinweis), die hier Schreibende inzwischen
auch hauptberuflich tätig ist. Gebaut wird am Ferdinandeum jedenfalls
schon länger. Also suchen sich Projekte einen Ausweg. Das ist nicht nur
in Tirol so, sondern auch in München. Von der Villa Stuck und ihrem Ausweichquartier haben wir euch bereits erzählt. Auch am FLUX der Pinakothek der Moderne
wurde gebaut, das ist inzwischen allerdings ready. Das FLUX ist ein
ganz neuer Ort, der auch Gemeinschaft ist. Ein Ort (aka Wintergarten),
der voll auf Interaktivität setzt. Hier findet ihr alles dazu. Und in der Provinz? Da wird auch gebaut. In Bozen ist gerade etwa das MEK – Museum Eccel Kreuzer mit seiner (privaten) modernen Sammlung zu. Und auch am Dock20 in Lustenau wurde zuletzt gewerkelt. Die in der Zwischenzeit entstandene Kunst am Bau kann man schon bald dort sehen (und nutzen).
So etwas wie Kunst am Bau (aber ganz anders) gibt es zwischenzeitlich
auch in Innsbruck. Dafür nochmal zurück in den Landesmuseen, die heuer
den 100. Geburtstag des großen Heinz Gappmayr feiern – nicht in der Baustelle aber in ganz Innsbruck. Noch vor der offiziellen Eröffnung (hier)
dieser Hommage á Gappmayr, dem großen Konkreten und Visuellen Poeten
kann man zehn Stationen mit seiner Kunst in der ganzen Stadt entdecken.
Wir haben die erste schon gespottet, seht ihr im Bild – welche habt ihr
entdeckt? Alle Stationen und Werke gibt es hier.
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Gappmayr hat uns also aus der Baustelle befreit – denn am Ende müssen
auch wir darüber nachdenken: Was kommt danach? Die Ergebnisse von
Baustellen hat Philip Ursprung
jetzt in einem schönen Büchlein zusammengefasst. Es geht es um
Architektur, also natürlich – verzeiht uns die saloppe Formulierung – um
viel mehr als „Baustellen“. Eben darum, was aus der Leerstelle im
Idealfall einmal entsteht. Ursprungs „Architektur der Gegenwart“
ist eine Weltreise zwischen zwei Buchdeckeln, rein in die Architektur
von heute, die für ihn übrigens in den 1970er-Jahren beginnt. Warum?
Weil auch die Seventies eine Art Leerstelle waren, diese
Zeit nach Le Corbusier, Mies van der Rohe und Co. Ein „kleines, großes Buch“ nennt es die ZEIT hier. Wir haben es uns schon bestellt, als Ergänzung zu seinem „Kunst der Gegenwart“ übrigens. Sein Architekturbuch stellen wir uns als perfekte Lektüre vor. Gerade für eine Sommerpause!
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Weitere Tipps findet ihr wie immer
drüben bei Instagram.
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Dieser Newsletter wurde verfasst von
Barbara Unterthurner (Obfrau Verein "Büro für Gegenwartskunst")
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Bildcredits: (1) c) BfG (2) c) BfG, Installationsansicht "Heinz Gappmayr 100", Tiroler Landesmuseen im öffentlichen Raum Innsbruck (3) c) C.H.Beck Verlag.
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Büro für Gegenwartskunst –
Verein zur Förderung von Gegenwartskunst im Alpenraum
Höttinger Au 76, 6020 Innsbruck
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